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anderen niederbayerischen Vereinen ein Startrecht hatten. Aufgrund von Abwerbungen war deshalb das Verhältnis unter den Leichtathletik treibenden Passauer
Vereinen damals nicht zum besten bestellt. Zumal auch der damalige Abteilungsleiter der DJK-Eintracht-Leichtathleten, seinen Verein an die Spitze der niederbayerischen Leichtathleten führen wollte. Dies wiederum mit
Abwerbung der Spitzenleute aus dem Turnverein.
Beide fanden jedoch für ihre ehrgeizigen Pläne vereinsinterne „Bremser“, die mit der Art und Weise, wie das Ziel erreicht werden sollte, nicht einverstanden
waren.
So kriselte es schon seit dem Spätsommer 1969 in den Passauer „Leichtathletik-Vereinen“ Eine schlagkräftige Truppe wie damals beim TV Passau auf die Beine zu stellen, brachte nicht nur organisatorische
Probleme mit sich. Auch die Finanzmittel waren äußerst knapp bemessen. So liegäugelte der Abteilungsleiter Leichtathletik beim TV mit einem Wechsel aller Spitzenathleten zum 1. FC Passau, dessen
Leichtathletik-Abteilung sich schon 1952 aufgelöst hatte. Dort waren die Fußballer mit vielen Zuschauern und entsprechenden Einnahmen. Doch bevor dieser Plan in die Tat umgesetzt werden konnte, wurde der
Abteilungsleiter abgelöst.
Ähnlich verlief zur gleichen Zeit die vereinsinterne Auseinandersetzung bei der DJK Eintracht Passau. Auch hier erlitt der LA-Abteilungsleiter eine Abstimmungsniederlage und stellte
daraufhin sein Amt zur Verfügung.
Was bisher mehr oder weniger offen ausgetragen wurde, entwickelte sich jetzt zu einem Kampf mit harten Bandagen - zunächst hinter den Kulissen - der schließlich sogar in der
Presse weitergefochten wurde. Hinter dem Rücken der neuen Abteilungsleiter und einiger Spitzensportler beider Vereine, von denen man wußte, sie würden ihrem bisherigen Verein die Treue halten, wurden Athleten
angesprochen und abgeworben. Und dann ging sogar das Gerücht um, „Beim Turnverein Passau gibt es im Jahr 1970 keine Leichtathletik mehr“. Das bewirkte, daß fast ausnahmslos alle Spitzenathleten bereits ihren Wechsel
zum „Fußballverein“ vollzogen hatten, bis die Abteilungsleitung Wind davon bekam.
Auf die gleiche Weise verlor auch die DJK-Eintracht ihre Topleute.
Was eigentlich die „Passauer Leichtathletik“ damals
an die Spitze in Niederbayern und darüber hinaus hätte bringen können - eine „Leichtathletik-Gemeinschaft“ - sollte jetzt dazu beitragen, die Leichtathletik-Abteilungen des Turnvereins und der DJK-Eintracht
überhaupt am Leben zu erhalten.
Schon am Tag nach seiner Wahl zum Abteilungsleiter der DJK-Eintracht- Leichtathleten in einer außerordentlichen Abteilungsversammlung Anfang Januar - in der er sich
Handlungsfreiheit geben läßt - nimmt Lothar Wagner Kontakt mit Peter Fahrnholz auf. Inhalt des Gesprächs: Die Gründung einer Leichtathletik-Gemeinschaft.
Die beiden machen „Nägel mit Köpfen“, bereiten den
letztlich erfolgreichen Zusammenschluß vor und beziehen dabei auch noch die Leichtathleten des zweiten Passauer DJK-Vereins, der DJK Passau-West mit ein.
Bemerkenswert dabei ist, daß sich in der Not zwei an
sich spinnefeinde Vereine, wie die TV- und DJK-Leichtathleten, eng zusammenschließen - nur um zu überleben - und das mit großem Erfolg, wie die weiteren Jahre zeigen.
Nachdem die Abteilungsmitglieder der drei
Vereine ihre Zustimmung erteilt haben, schlägt am 7. März 1970 die Geburtsstunde der Leichtathletik Gemeinschaft Passau (LG Passau). Die Abteilungsleiter Peter Fahrnholz (für den TV Passau), Lothar Wagner (für die
DJK-Eintracht) und Norbert Vogl (für die DJK-West) unterzeichnen die Gründungsurkunde. Peter Fahrnholz wird zum Vorsitzenden der LG gewählt, Lothar Wagner zu seinem Stellvertreter. Schon 14 Tage später, am 23. März
1970 kommt der Segen des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes aus München. Damit ist die Leichtathletik-Gemeinschaft Passau, die erste in Niederbayern, die elfte in Bayern, perfekt.
Mit Jahresbeginn 1985, fast 15 Jahre nach der Gründung, tritt ein Struktur- wandel ein. Statt aus drei Stammvereinen, kommen die LG-Athleten künftig nur noch aus zwei. Der Grund: Die DJK-Passau-West scheidet aus
der Trainings- und Wettkampfgemeinschaft mangels Athleten aus. (Entnommen der Festschrift „25 Jahre LG Passau)
„Gemeinschaft“ soll nicht nur ein Wort im Vereinsnamen sein, sondern Inhalt und Programm für das „gemeinsame“ Training und die Wettkämpfe. Wir versuchen immer,
dieses Wort „Gemeinschaft“ auch mit Leben zu erfüllen. Nur durch unseren Gemeinschaftssinn ist die Leichtathletik Gemeinschaft Passau das geworden, was sie heute darstellt. Ein Verein, der über Spitzenathleten
verfügt, bei dem aber gleichzeitig auch Jogger und Breitensportler ihr zuhause haben.
Schlagzeilen der örtlichen Presse dokumentieren dies in sehr deutlicher Form:
Aus der „Notbremse“ entwickelte sich eine „ Talentschmiede“ (PNP zum 25jährigen Bestehen).
Die Mischung aus Spitzen- und Breitensportlern macht’s (PaWo anläßlich 30 Jahre LG Passau).
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