COSA – FORUM  tagte in Kienbaum
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COSA – FORUM  tagte in Kienbaum

( fa ) Nach dem Treffen in Passau vor einem Jahr, trafen sich nunmehr die Spezialisten für die Computer – Sport – Auswertung (COSA) im Bundesleistungszentrum und Olympiastützpunkt Kienbaum bei Berlin. Für drei Tage wurden die Weichen für die zukünftige Auswertung der Leichtathletik Veranstaltungen über PC mit Windows-Oberfläche, auf dem Gelände der ehemaligen sportlichen Kaderschmiede der DDR gestellt.
Wir, Elisabeth und Peter Fahrnholz sowie Centa Hollweck waren gespannt auf den Aufenthalt. Kienbaum zuletzt in aller Munde, als Sammelpunkt der Deutschen Leichtathletik Mannschaft vor der Weltmeisterschaft nach Paris. Auch das Präsidium des DLV stellte dort, vor nicht allzu langer Zeit, die leichtathletischen Weichen, zumindest bis Athen 2004.
Die Anreise nach Berlin war ja nicht sonderlich weltbewegend, dafür sorgte schon der Airliner von Lufthansa.
Die Weiterreise nach Kienbaum über das Straßennetz von Tegel Richtung Osten zog sich dann doch beträchtlich in die Länge. Irgendwie verspürte man immer noch die Geheimhaltung der Jahre vor 1989. Keine Vorwegweiser Richtung Kienbaum waren auszumachen. Die Abzweigung zum dreihundert Seelendorf leicht zu übersehen. Dann ging es noch gut sieben Kilometer durch Stangenwald, als dann in völliger Abgeschiedenheit, in der inzwischen eingetretenen Dunkelheit, im Scheinwerferlicht die Ortstafel aufleuchtete.

Als Aktive Leichtathleten interessierten uns natürlich die vorhandenen Leichtathletik – Anlagen. Und alles was das Herz begehrt ist in mehreren Ausführungen vorhanden. Dabei profitierte man sicherlich noch aus der DDR-Zeit. Imposant die vorhandene Laufhalle, mit einer geraden Länge von über 170m. Gespickt alle 10m mit den entsprechenden Messgeräten. Eine einbahnige Runde, Gesamtlänge von 365m. In dieser Halle ist zusätzlich zu den Außenanlagen auch eine Stabhoch- und Hochsprung -  Anlage untergebracht, die bei schlechter Witterung und vor allem im Winter, keine Trainings – Unterbrechung erforderlich macht. Kugelstoß sowie Diskus- und Hammerwürfe können auf mehreren Anlagen aus einer Überdachung heraus erfolgen.

Für die COSA - Teilnehmer wurde dann zu abendlicher Stunde eine Führung durch das Gelände der Unterdruckkammer ermöglicht. Zu DDR-Zeiten konnte dort Höhentraining bis zu 3.600m Höhe simuliert werden. Der Devisenmangel und die Republikflucht ermöglichten ja keinen Aufenthalt z. B. in Davos ect. So trainierten die Aktiven unter den Druckverhältnissen, wie sie in 2.600m bis 2.800m bestehen, bis zu zehn Tagen am Stück. Dabei darf man sich keinesfalls diesen Trainings - Ort als „Kammer“ vorstellen. Über zwei Etagen konnte auf einer Fläche von der Hälfte einer normalen Schul - Turnhalle an Laufbändern für Leichtathletik, Radfahren und Skilauf, an Gewichten und Fahrradergometern sowie auf einer „Kanustrecke“ trainiert werden.
Die vorliegenden Pläne, für eine unterirdische 200m Rundbahn, unter den gleichen Druckverhältnissen, wurden auf Grund der Wiedervereinigung Deutschlands nicht mehr in die Tat umgesetzt.  Auf unsere Frage unterirdisch deswegen, weil alles als „Streng Geheim“ galt. Sogar die damaligen Waffenbrüder, die  Russen, hatten zum Gelände keinen Zutritt. Im Sport war man erbitterter Gegner, den man nicht in die Karten schauen ließ.

Die gesamte Druckkammer sowie die verkabelten Athleten
wurden über diverse Monitore und Aufzeichnungsgeräte
laufend überwacht.

Der Regieraum zeugt noch von zahlreichen Dankesbeweisen von ehemaligen DDR-Sport-Größen, die bei hochkarätigen
Veranstaltungen Medaillen und Titel erzielten.

Der Eingang zur Druckkammer......

Auf solchen Rädern wurde aus Leibeskräften gestrampelt!

Wichtiger Bestandteil die Gewichtsmaschinen

Auf diesem Laufband wurde über Monitor die Laufstrecke, auf die das Training ausgerichtet war, eingeblendet.
Dabei konnten z. B. für einen Marathonlauf etwaige Steigungen aber auch Gefälle,
durch Heben und Senken des Laufbandes simuliert werden.

Ärztliche Betreuung war selbstverständlich auch hier immer vor Ort.

Hier paddelten die Kajakfahrer, überwacht durch sogenannte Kraftsensoren aus Leibeskräften.

Ende September 2002 wurden  neue Krafträume ihrer Bestimmung übergeben. Hier ist eine Eigenentwicklung für das Speerwurftraining zu sehen.
Der Abwurf an der Maschine konnte mit entsprechenden Gewichten belastet
werden und auch der günstigtste Abwurfwinkel ist vorprogrammiert

Einem Wiederaufleben dieser Unterdruckkammer gibt man jedoch keine Chance mehr. Von einer medizinisch-wissenschaftlichen Kommission unter Leitung von Professor Kindermann wurde dies genau untersucht und man kam zu dem Ergebnis, dass vom Sportfachlichen her kein Bedarf besteht. Zudem würde die Sanierung, der zwar noch funktionsfähigen Anlage, viel Geld verschlingen.
Die Turner testen derzeit in ihrer eigenen „Turnhalle“ die neue Matte, die genau derjenigen gleicht, die bei der WM benutzt wird. So kann man sich auf die Besonderheiten und etwas anderen Federeigenschaften einstellen. Wie sich die Bilder aus der Vergangenheit gleichen.
Berlin ist 2007 Ausrichter der Beachvolleyball - Weltmeisterschaft . Mit zwei Feldern wurde deshalb in Kienbaum sofort entsprechende Trainingsmöglichkeiten geschaffen.
Die Kanuten haben in einem nicht mehr benutzten Wasserwerk ein tadelloses Funktionsgebäude erhalten, das über Seminar- und Aufenthaltsräume, Trainerzimmer sowie Umkleidemöglichkeiten und entsprechende Sanitäranlagen verfügt. Der Liebenberger See grenzt dazu direkt an das Sportgelände an.

So gesehen, ist es nicht verwunderlich, dass Kienbaum unter den 20 Olympia -Stützpunkten und fünf Bundesleistungszentren die Nummer eins ist.

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Aktualisiert am Dienstag, Januar 03, 2012