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Mombasa, Kenia 4
Hallo alle zusammen, wir haben uns komplett eine Monat frei
genommen, um Kenia mit dem Rucksack zu erkunden. Zum einen muss Ina bald die Heimreise antreten und hat noch fast gar nichts von Kenia gesehen, zum anderen hat es Probleme in Likoni Slum gegeben. Begonnen hat
unsere Reise in Lamu. Nach eine siebenstündigen Busfahrt entlang der Nordküste und einer Bootsfahrt sind wir auf der Insel (übrigens Weltkulturerbe) nahe Somalia angekommen. Das Besondere dort ist, dass es keine
Autos gibt. Das einzige Transportmittel sind Esel. Am ersten Tag stand ein Ausflug mit einem Segelboot an. Wir wurden zu entlegenen Korallenriffen zum Schnorcheln gebracht, leider haben wir nur wenige
Fische entdeckt. Den anderen Tag sind wir durch die engen Gassen der Stadt geschlendert. Die Abende haben auf der Dachterrasse unseres Hotels verbracht und den viel schöneren afrikanischen Himmel betrachtet.
Danach haben wir nochmals drei Tage in Mombasa verbracht und sind nach Voi (ca. 100km im Landesinneren) aufgebrochen. Dort hatte ich zum ersten Mal das Gefühl richtig in Kenia angekommen zu
sein und nicht nur in Afrika. Nach einem kurzen Dauerlauf auf der roten Erde und zwischen den grünen Hügeln war ich einfach nur glücklich. Der nächste Tag begann für uns um fünf Uhr morgens.
Wir sind auf Safari gegangen und es ist schon beeindruckend Löwen, Giraffen, Elefanten, Zebras und co. in freier Wildbahn zu sehen. Ein Abendessen am Lagerfeuer im Busch mit Trommlern hat diesen
Tag perfekt abgerundet. Am ersten November hatte Ina Geburtstag und wir fuhren zu Timos Verwandten in die Taita Hills. Eine Ziege wurde geschlachtet, anschließend haben wir noch eine
Nachtwanderung ins nächste Dorf gemacht, um Getränke zu holen und dann sind wir auch schon früh zu Bett gegangen, da wir am nächsten Tag wieder früh aufgestanden sind, um den höchsten Berg dieser Gegend, den
Wundanyi zu besteigen. Zurück in Voi habe wir uns ausgeruht, denn unsere Reise sollte um 23 Uhr abends mit dem Zug über Nairobi nach Kisumu weitergehen. Der Zug kam sowieso nicht pünktlich, hätte uns auch gewundert
und als wir dann endlich einsteigen konnten, hat uns der Train- Manager (so hat er sich selbst genannt) verkündet, dass der Zug erst um acht Uhr morgens weiterfährt, da es Probleme auf der Stecke gibt. Also haben
wir die Nacht im stehenden Zug verbracht. Frühstück gab es dann, als wir den Tsavo East National Park durchquert haben. Wir sind uns alle vorgekommen wie im Film. Der Essenswaggon war mit Blumentapeten verziert und
das Essen wurde uns auf altem Geschirr serviert. Insgesamt waren wir dann 36 Stunden mit dem Zug unterwegs, dafür haben wir die unterschiedlichsten Vegetationszonen Kenias zu Gesicht bekommen (Rift
Valley, Nationalparks etc.) Angekommen sind wir am 4 November, einen Tag vor dem Wahlergebnis der Präsidentschaftswahlen der USA. Da der Vater von Obama hier geboren ist, war die ganze Stadt im Obama-
Fieber. Alle haben uns für Amerikaner gehalten und uns gefragt, warum wir nicht in Amerika sind und für Obama wählen. Gott sei Dank hat Obama dann das Rennen für sich entschieden und was machte der kenianische
Präsident natürlich, er erklärte den 6 November gleich für einen Public Holiday. So geht es nie aufwärts mit Kenia. Sicherheitshalber sind wir aber an diesem Tag im Haus geblieben und haben uns ausgeruht. Die
letzten anstrengenden Tage und das Schlafdefizit haben ihre Spuren hinterlassen, fast jeder hatte eine Erkältung und ein bisschen Fieber. Charlies Tante, die uns aufgenommen hat, verwöhnte uns dann mit leckeren
Essen und in ihrem Haus hat es endlich mal Rückzugsmöglichkeiten gegeben, denn Privatsphäre haben wir in Kenia fast keine. Wir teilen uns die Zimmer, auf den Reisen auch die Betten, machen alles zusammen und so
sitzen wir oft viel aufeinander (Bsp. 36 h Zug) In Kisumu haben wir die Umgebung abgeklappert: Kagamega Rainforest mit über 400 verschiedenen Schmetterlingsarten Crying Stone: angeblich soll aus der Spitze des riesigen Steins Wasser rauskommen, bei uns hat er natürlich nicht geweint, vielleicht war er aber einfach nur froh, dass er uns gesehen hat.
Auf den Teeplantagen von Timos Vater Teeblätter pflücken geholfen.
In den Nandi Hills (bestimmt den Läufern ein Begriff) Charlies Eltern besucht.
Im Museum von Kisumu mit anschließenden Souvenirkauf auf dem Masai- Markt.
Hippo Point am Viktoriasee, nur leider haben wir keine entdeckt.
In Kisumu, nur 11 km vom Äquator entfernt, hat mich die Landschaft ein bisschen an den Bayerischen Wald erinnert, alles war so schön grün, es hat auch jeden Tag abends geregnet und die Temperaturen auf ca. 2200m über dem Meeresspiegel waren auch deutlich angenehmer als die jetzt fast unerträglich feuchte Hitze in Mombasa. Nach 10 Tagen haben wir die Rückreise angetreten. Mit dem Matatu von Kisumu, vorbei an Laka Nakuru (bekannt für die Flamingos) und Great Valley nach Nairobi, dort haben wir noch den Nachmittag verbracht und uns die wichtigsten Gebäude der Stadt angeschaut und sind mit dem Nachtzug zurückgefahren. Natürlich gab es wieder Probleme auf der Strecke und wir mussten kurz vor Mombasa aussteigen. Hätte uns auch gewundert, wenn es nach Plan gelaufen wäre.
Seit 15. November bin ich jetzt wieder in Mombasa, Likoni Slum. Der Anfang war nicht leicht, wieder die Umstellung von einem nahezu europäischen Standard bei Charlies Tante auf das einfache und harte Leben im Slum.
Ich wünsche euch allen eine friedliche, stressfreie Vorweihnachtszeit. Nur ein großes Plakat erinnert mich hier, dass Weihnachten vor der Tür steht, ein Gewinnspiel eines Supermarkts, bei dem man Hühner und Ziegen gewinnen kann.
Kwaheri, Teresa
PS: Das Bild, das ich in der letzten Mail mitgeschickt habe, zeigt unsere neuen Gartenmoebel, die wir uns aus einer alten Tuere, Autoreifen und sontigen Muell zusammengebaut haben, ja, Not macht erfinderisch.
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